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Eine Träne

schweissgebadet und von alpträumen gejagt wache ich mitten in der nacht auf. als ich meine augen öffne umgibt mich eine wolke aus dunkelheit und ich weiß im ersten moment nicht wo ich bin. als ich den blütenduft meiner bettwäsche einatme und meine kuscheltiere ertaste wird mir bewusst dass ich mich inmeinem bett befinde und das alles nur ein schlechter alptraum war. nach einem prüfenden blick auf meine uhr die mir 3 uhr morgens anzeigt ziehe ich langsam meine bunte decke über den kopf und möchte einfach nur noch weiter schlafen. ich bewege mich im bett hin und her um die richtige schlafposition zu finden als plötzlich ein greller schmerz meinen arm umhüllt. kurze zeit später merke ich das dröhnen in meinem kopf dessen lärm das eines presslufthammer auf einer großbaustelle gleicht. im schatten der nacht erkenne ich viele leere alkoholflaschen die im halbkreis um mein bett aufgestellt sind und darauf warten endlich entsorgt zu werden. mein zimmer erfüllt sich mit einem starken duft von alkohol und irgendwie habe ich das gefühl diese nacht in einer bar geschlafen zu haben. barfuss steige ich auf den kalten parkettboden und bemerkte sofort wie sich die dunkelheit um mich herum zu drehen beginnt. ohne jegliche kontrolle über meinen körper schwanke ich durch die nacht und stoße dabei gegen etwas kaltes. plötzlich höre ich ein lautes geräusch und mir wird klar das ich ein paar glasflaschen umgeworfen habe, die nun durch das zimmer gleiten wie eine ballet tänzerin am eis. plötzlich bemerke ich meinen schmerzenden zeh der durch den zusammestoß mit den flaschen passiert ist. nichts desto trotz war dieses schmerz gar nichts im vergleich zum schmerz an meinem linken arm. ich musste mich also irgendwie ins bad hängeln und herausfinden was wirklich geschehen war denn ich konnte mich an nichts mehr erinnern. vorsichtig taste ich mich durch die dunkelheit entlang meines kleiderschrankes bis hin zur zimmertür. es dauert eine ganze weile bis ich den silbernen türgriff der weißen modernen tür finde und sie öffnen kann. ich taste mich weiter bis zum bad und bemerke wie meine füße den kalten fliesenboden des bades erreicht haben. mit zittrigen händen drücke ich den lichtschalter und werde geblendet von einem starken lichtschein. ich halte mich am weißen hochglanzwaschbecken fest damit ich nicht umkippe und erblicke an desen rande ein päckchen rasierklingen. plötzlich kommt meine erinnerung rasend schnell zurück. anscheindn hatte mich gestern wieder das leben aus der bahn geworfen und ich kam wiedereinmal nicht mehr mit meinen problemen klar. ich hatte mich erneut verletzt und sehr viel alkohol konsomiert und meine probleme und diese leere und einsamkeit in der seele zu betäuben. neben dem päckchen mit rasierklingen liegt eine einzelne klinge mit der ich mich gestern verletzt hatte. ich beruhre vorsichtig die silberne klinge während sich ein schauer auf meinem rücken breit macht und eine gänsehaut an meinem arm hochsteigt. was habe ich schon wieder getan. ich lasse mich langsam zu boden gleiten und beginne fassunglos zu weinen während ich den verband von meinem arm löse um zu sehen was ich gestern nacht angerichtet habe. der weiße zerfranste verband ist unordentlich über meinen arm gewickelt und durch das bewegen im bett so sehr verrutscht das man bereits einige narben erkennen kann. vorsichtig entferne ich den verband von meinem arm und streiche zärtlich über meine narben. ich küsse sie und entschuldige mich dafür was ich meinem arm angetan habe währen ein paar salzige tränen meinem arm entlang kullern. langsam gehe ich zurück ins zimmer und suche mein verbandszeug aus meiner großen weißen medizinschachtel die für notfälle immer unter dem bett steht. um an das verbandszeug zu gelangen muss ich jedoch erstmal ein paar leere flaschen wegräumen. als ich nach dem veband krame und im augenwinkel bemerke welches harte zeug ich gestern nacht wieder konsomiert hatte kamen mir erneut die tränen und ich wütend auf mich wieder nicht stark genug gewesen zu sein um dieser versuchung zu wiederstehen. einige zeit lang kramte ich herum bis ich endlich einen neuen verband gefunden hatte. er war in einer dursichtigen verpackung mit einer blauen schrift verpackt. vergeblich versuche ich den verband ohne schere zu öffnen, was mir nach mehrmaligen versuchen auch endlich gelingt. während ich den verband gesucht hatte ist mir gar nicht aufgefallen dass einige meiner narben wieder leicht zu bluten begannen. ein tropfen blut zeichnete sich seinen weg über meinen arm und hinterlies eine rote spur die sich mit dem weg einer träne kreuzte. ich nahm also den weißen sterilen verband und verarztete meine narben so gut ich es in meinem betrunkenen zustand auch konnte. langsam schob ich die leeren whiskeyflaschen zur seite um zu meinem bett zu gelangen. ich schaltete das licht aus und legte mich mit tränen in den augen ins bett. ich wusste nun das mich mein borderline wieder einmal eingeholt hatte und began zu weinen. ich wr schrecklich einsam und huntertausend gedanken gingen mir durch den kopf.

Meine 1. Therapie

nachdem ich mich endlich in die gefährlichen weiten des großstadtdschungels getraut habe bin ich fix und fertig als ich endlich einen parkplatz gefunden habe. links und rechts neben mir erstrecken sich traumhaft schöne alte gebäude während der himmel einem farbenprächtigen kunstwerk gleicht. der sonnenuntergang gibt mir kurz einen moment der entspannung und ruhe während meine hände noch immer zittern und sich eine riesen angst in mir breit macht. ein kurzer blick auf die uhr meines smartphones zeigt mir dass ich noch genügend zeit habe um nun auch das gebäude zu finden in dem ich heute meine erste therapiesitzung haben würde. ich wusste nicht was auf mich zukam und ich hatte keine ahnung was es mir bringen sollte zu einem therapeuten zu gehen. ich wusste nur dass ich es alleine nicht aus meinen krisen schaffte und das es nicht die lösung auf meine probleme war mich zu ritzen und meine probleme in alkohol zu ertränken. ach da war es doch nun auch schon , hausnummer 34. es war ein altes in gelb gehaltenes großes altstadtgebäude. als ich vor der tür stand überlegte ich noch einmal kurz ob ich nicht lieber umdrehen sollte, denn was sollte mir den eine therapie denn brinigen. schließlich war ich doch nicht bekloppt und ich wollte mich nicht auf eine couch legen und einem wildfremden alle meine probleme erzählen. allein der gedanke daran lies gänsehaut an meinem ganzen körper ansteigen. jedoch erinnerte mich auch daran in welcher situation ich mich in den letzten monaten befand. in meinem kopf schwirrten die bilder von unzähligen leeren alkoholflaschen, das mehrmalige ritzen innerhalb einer woche, dvd marathons, tagelanges einpunkern im bett , stappel voller schmutzigen geschirrs in der spüle und die bittere leere in meiner seele. nachdem mir wieder einfiel dass ich durch mein borderline verhalten in den letzten wochen meine beste und einzige verblieben freundin verloren hatte wurde mir bewusst wie wichtig es doch war mir helfen zu lassen. ich wollte mich ändern als beschloss ich diesen termin heute wahr zunehmen und drückte mit feuchten zitternten händen die klingel. nach kurzer zeit ging die tür automatisch auf und ich konnte hereintreten. mit zittrigen knien stieg ich die paar treppen hoch und betrat die räumlichkeiten. an den seiten des raumes standen viele verschiedene sessel und am boden lag ein roter teppich mit verschiedenen mustern darauf. die türen waren sehr groß und weiß und man merkte das man sich in einem altbau befand. ich suchte mir einen sessel aus und wartete bis meine therapeutin mich abholen würde. zum glück waren keine andere patienten da. wie es wohl sein würde andere patrienten zu begegnen. ob es menschen waren die selbstgespräche führten oder gar menschen die um sich schlugen oder vielleicht war doch auch der ein oder andere drogenabhängige dabei. zum glück musste ich das heute nicht herausfinden denn der warteraum war total leer. plötzlich hörte ich ein immer lauter werdenes geräusches von damenschuhen auf einem holzboden und die angst in mir überkam mich. als sich das geräusch wieder von mir wegbewegte war ich erleichtert und musste über diese situation hier nachdenken. ich war total aufgeregt meine therapeutin kennen zu lernen und war schon gespannt heruaszufinden wie sie so war. ich hoffte dass mein gefühl auch diesesmal nicht unrecht hatte und ichmir eine tolle therapeutin ausgesucht hatte. nachdem ich jedoch schon vergeblich bei mehreren therapeuten zum erstgespräch geladen war und niemand mir zusagte war mir eher danach die hoffnung einen menschen zu finden der einen helfen konnte aufzugeben. ich hatte mir meine therapeutin im internet mittel profilbild aus den vielen therapeutinnen ausgesucht. ihr bild ihre junge und liebe art auf dem foto sprachen mich total an und so vereinbarte ich einen termin mit ihr. ihre stimme am telefon klang sehr freundlich und ich hatte das gefühl ich sollte es versuchen und mir ein erstgespräch anhören. vielleicht war es ja sie die mir ein klein wenig helfen konnte. als ich wieder schritte hörte und sich plötzlich die gro´ße weisse tür mit der goldenen türklinge öffnete erschrak ich und wurde blitzschnell aus meinen gedanken gerissen. vor mir stand eine junge nette dame mit braunen haaren und einem sehr freundlichen lächeln. anfangs war ich etwas verwundert darüber dass sie doch etwas anders aussah als auf dem foto. sie musste auf dem foto noch etwas jünger gewesen sein doch das war mir egal denn sie machte von anfang an einen tollen eindruck auf mich. sie streckte ihre hand aus um mich zu begrüßen, stellte sich bei mir vor und bat mich herein. zögerlich streckte ich ihr auch meine hand entgegen und brachte vor angst nur ein leichtes leises hallo heraus. sie fragte mich ob ich etwas trinken möchte und bat mich in ein seperates zimmer. das zimmer war sehr hell und freundlich und es befanden sich ein sofa und ein ein paar stühle in leder gehalten in dem raum. an den wänden hingen schöne bilder und der raum wirkte durch die grünpflanzen sehr einladent. ein nicht so tolles gefühl machte sich inmir breit als ich eine packung taschentücher auf dem tisch liegen sah.ich fragte mich ob es oft vorkam das menschen hier weinten und ihre trauer nicht mehr unterdrücken konnte. als mich meine therapeutin mit fragenden blick ansah und mir sagte ich solle mir einen platz aussuchen an dem ich mich wohlfühle wurde ich wiedermal aus meinen gedanken gerissen. ich überlegte eine zeit lang und suchte mir dann einen platz aus. ich hatte keine ahnung welchen ich nehmen sollte ich wusste nur ich wollte keinesfalls auf die gefürchtete couch also entschied ich mich für einen der gemütlichen ledersessel die um einen netten glastisch standen. mit dem klemmbrett in der hand und einem stift bewafnet begann sie sich vorzustellen und mir von ihrer ausbildung zu erzählen. sie erzählte mir dass sie psychologie studierte und das sie nun arbeitspsychologin ebenso wie klinische gesundheitspsychologin war. ich hörte ihr aufmerksam zu während ich innerlich sehr angespannt war und vor angst am liebsten davon laufen würden. wenigstens musste ich mich nicht auf die couch legen das war doch schon einmal ein guter anfang. sie fuhr sich durch ihr schönes braunes haar und lege eine haarsträhne zur seite während sie noch ein wenig von sich erzählte. sie machte einen unheimlich sympatischen eindruck auf mich und ich war zum ersten mal wirklich gespannt darauf wie sie das erstgespräch gestalten würden. bisher hatte ich doch schon einige erfahrungen mit therapeuten gesammelt. angefangen von einer dame die ihre therapiestunden im eigenen haus durchführte und sich mehr für störche im garten als für meine probleme interresierte bis hin zu einer kinder und jugendpsychologin die total entsetzt davon war dass ich mit 20 noch nie einen freund hatte und mich gleich beim ersten gespräch zum weinen brachte . erfahrungen hatte ich also genug, mitterlebt hatte ich schon viel doch bisher war nochnie jemand dabei der sich wirklich für mich und mein problem interessiert hatte, niemand dermich so nahm wie ich war mit all meinen fehlern, ecken und kanten. ich war wirklich gespannt wie es heute werden würde. während ich meiner therapeutin zuhörte beobachtete ich die vielen dinge im raum. ich sah viele bücher über psychologische themen im regal stehen. das regal wurde geziert von teddybären und einer grünpflanze. nachdem ich den raum betrachtet hatte beobachtete ich meine therapeutin beim sprechen. draußen wehte der wind und es sah nach regen aus . ich hörte die vielen autos vorbeizischen während das gemütliche licht im raum eine nette stimmung verbreitete. als ich das schöne bild an der wand betrachte höre ich im hintergrund eine stimme die mir plötzlich begann fragen zu stellen. es war die übliche prozedur eines erstgespräches und es lief eigentlich nur darauf hinaus allgemeine daten aufzunehmen und zu notieren. ich nannte ihr meinen namen und meine daten, meinen geburtsort und all die dinge die sie noch über mich wissen wollte. des weiteren interessierte sie sich auh noch dafür wie viele geschwister ich hatte und wie alt sie waren. während ich ihr also die daten aus meinem leben nannte und auch von meiner schulischen laufbahn berichtete starrte ich aus dem fenster. draußen hatte sich der regen zu einem richtigen unwetter zusammengebraut. der wind bließ sehr stark und der regen fiel in alle möglichen richtungen. ich stellte mir vor wie sich wohl gerade verschiedene menschen durch den sturm kämpften und klitschnass und gereizt zuhause ankamen. ich musste schmunzeln als ich daran dachte wie sich regenschirm durch den wind umbogen oder vereinzelt leute ihrem schirm hinterher rannten. ich war froh dass ich mich nicht durch dieses unwetter kämpfen musste und in diesem moment in einem warmen freundlichen raum sitzen durfte. auch wenn es nicht gerade angenehm war einem wildfremden menschen von seinem leben zu erzählen war ich dennoch froh nicht meinem regenschirm bei strömenden regen quer durch die stadt jagen zu müssen. meine therapeutin hatte einen grünen kugelschreiber in der hand mit der sie sich auf ihrem klemmbrett ein paar notizen machte und wie es scheint wohl gerade ein formular auszufüllen scheinte. es war wohl einer dieser routinearbeiten die man machen musste wenn ein neuer patient zu einem kam. es störte mich nicht dass sie mir sehr viele fragen über mich stellte denn ich war es mittlerweile von meinen vielen arztbesuchen in den letzten monaten und jahren gewohnt. ich hatte meine daten und meine geschichte so verinnerlicht dass ich die antwort schon wusste bevor ich überhaupt die frage dazu stellte. als sie mit den allgemeinen fragen fertig war legte sie ihr klemmbrett und ihren kugelschreiber zur seite und sah mich mit einem süßen lächeln im gesicht an. plötzlich war mir klar dass es nun mit den angenehmen teil der fragen vorbei war und es nun zeit war für die etwas schwieriger zu beantworteten fragen war. bevor ich meinen satz zu ende denken konnte fragte sie mich warum ich eigentlich zu ihr gekommen bin während sie sich durch ihr braunes glätzendes schulterlanges haar fuhr.