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Das tut weh

Es tut weh zu sehen, wenn dich ein Mensch den du gern hast einfach ignoriert. Ich habe ihn heute im Stiegenhaus getroffen und er lies mich mit einem " Hallo" links liegen. Es tut weh zu wissen, dass ich ihm nicht wichtig bin, vor allem weil man als Borderliner doch immer nach Anerkennung sucht. Und doch versuche ich damit klar zu kommen. Ich versuche mir zu sagen, dass es ok ist wenn er nicht mit mir sprechen will. Aber nichts desto trotz ist es umso schwerer zu verstehen weil wir doch Sex hatten. Aber anscheinend hatte er keine Gefühle und es hat ihm wirklich nichts bedeutet. Das schmerzt umso mehr. Ich frage mich ob ich ihm nur für Sex gut genug war und ich ihm nun egal bin. Es tut einfach so sehr weh, dass mir sogar die Worte für diesen Blog fehlen.

Achtung, Achterbahn

Der Grund warum ich meinen Blog Gefühlsachterbahnfahrt genannt habe ist folgender : Als Borderliner durchlebt man sehr viele Gefühle. Es ist wie eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Kaum geht es bergauf kann es ein paar Stunden schon wieder bergab gehen. War man in einem Moment der glücklichste Mensch geht es einen ein paar Stunden später total schlecht und man fühlt sich total hilflos und depressiv. Viele sagen auch dass man nur schwarz oder weiß denken kann. Für mich ist es eher eine Gefühlsachterbahnfahrt weil die Gefühle bei Borderlinern auch so schnell umschalten können, wie die auf und abs einer Achterbahn. Ich habe es oft erlebt, dass ich morgens total glücklich (ok sagen wir mal, alles war ok ) aufgewacht bin und ein paar Stunden später landete ich in einer totalen Krise. In solchen Situationen ist es für mich immer so als würde sich meine ganze Welt nur um meine Probleme drehen. Ich fühlte mich hilflos und hatte das Gefühl dass es niemals eine Lösung auf dieses Problem geben würde. Des weiteren hatte ich immer das Gefühl dass ich mein Borderline nicht aufhalten konnte mit meinen Gefühlen zu spielen. Mittlerweile habe ich gelernt dass man mittels Skills seine Emotionen regulieren kann und diese extremsten Stimmungsschwankungen etwas regulieren kann. Natürlich gibt es Tage an denen ich mich trotzdem wie der größte Anfänger fühle und das Gefühl habe ich kann mein Borderline einfach nicht kontrollieren. Aber auch das muss man akzeptieren. Mein größtes Problem war es anfangs zu akzeptieren dass man alles in kleinen Schritten angehen muss. Ein Arzt hat zu mir einmal gesagt, Borderline zu therapieren ist wie man man anfängt schwimmen zu lernen. Da geht man auch nicht zuerst auf den 10 Meter Turm sondern tastet sich erstmal vom Beckenrand ins Wasser. Und das stimmt auch. Lange Zeit wollte ich es nicht glauben. Ich war wütend dass ich nicht auch wie alle anderen gleich auf den 10 Meter Turm konnte. Und wie mein Sturrschädel halt ist habe ich es versucht. Ich bin des öfteren auf den 10 Meter Turm gestiegen um es allen zu beweisen. Ich wollte allen beweisen, dass ich nicht krank bin, ich hatte überhaupt keinen Bock auf Babysteps. Verdammt, ich wollte einfach auf diesen 10 Meter Turm und gleiche Fortschritte machen wie andere. Egal ob es ein Studium, Job oder eine Beziehung und Freundschaften waren , ich wollte ebenso schnell hoch hinaus. Wie gesagt versuchte ich öfters mein Glück am 10 Meter Turm doch scheiterte jedesmal. Ich war damals einfach noch nicht so weit um eine Ausbildung zu machen. Ich musste erst langsam in Babysteps beginnen mich zu regenerieren und langsam neue Kraft zu tanken. Widerwillig stieg ich also vom Beckenrand ins Wasser und versuchte mein Leben eben auf diesem Weg zu meistern. Was mir nicht gut tat, war jedoch mich ständig mit anderen zu vergleichen. Ich wollte auch so hoch hinaus wie andere. Ich wollte auch im selben Tempo Dinge schaffen. Irgendwann wurde mir bewusst, dass mir diese Einstellung nur im Weg steht. Heute weiß ich dass ich mit lauter kleinen Schritten schneller voran komme als große Schritte zu machen und dauernt zu scheitern. Ich weiß einfach dass ich eine Krankheit und einige Ängste habe. Wenn man sich bewusst ist dass man einfach mehr Zeit braucht lernt man auch kleine Schritte zu akzeptieren und hört auf sich mit anderen zu vergleichen. Ich bin froh dass ich aufgehört habe mich mit anderen zu vergleichen. Das hat mir das Leben um vielfaches leichter gemacht. Ich schaue auf meine Ziele die ich erreicht habe und lasse mich von anderen nicht verunsichern oder täuschen. Früher einmal habe ich mich ständig von anderen verunsichern lassen und habe sehr viel gezweifelt. Diese Zweifel haben mich dann lange davon abgehalten einen Beruf zu finden der mir Spaß macht und ich bin von einer Ausbildung zur anderen. Habe Kurse angefangen und abgebrochen und hatte keinen Plan was ich wirklich wollte, weil mich andere so sehr verunsichert haben. Doch seitdem ich meinen Blick auf mich und meine Ziele richte geht es mir viel besser. Ich kann mich auf meine Leben konzentrieren und beachte auch blödes Gerede nicht mehr. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, vor allem wenn man in seinem Leben immer darauf gehört hat was andere sagen . Früher einmal war mein Leben von der Meinung anderer abhängig. Ich fühlte mich als der schlechteste Mensch auf Erden wenn andere mich nicht akzeptierten. Ich hasste mich selbst und es machte die Situation immer schlimmer und schlimmer. Ich liebe sie nicht, die kleinen Schritte. Aber ich weiß dass man auch auf diesem Weg zu Ziel kommt. Ich akzeptiere es dass ich vielleicht länger brauche als andere. Aber im Hinterkop bewahre ich mir immer den Gedanken, dass ich auf meinem Weg viel mehr Hürden bewältigt habe, alleine schon wegen meines Borderlines und meiner Ängste. Durch diese Hürden habe ich aber auch schon sehr viel Erfahrungen gesammelt und neues dazu gelernt. Die Erkenntnis dass ich viel mehr mitnehme, ich mutig bin weil ich mich meinen Ängsten stelle und ich viele Hürden bewältigt habe, entschädigen mich dann dafür länger für den selben Weg gebraucht zu haben. Ich brauche zwar länger, nehme aber viel mehr mit. Und das ist gut so. Ich denke mir einfach andere haben diese Hürden, diese Krankheit nicht und sind daher schneller, machen aber niemals diese Fortschritte und Erfahrungen. Und seitdem ich so denke, kann ich es akzeptieren. Mittlerweile reizt mich auch der 10 Meter Turm nicht mehr